Anleitung
caffeinate: Mac per Terminal wachhalten
Bevor es irgendeine App gab, habe ich meinen Mac jahrelang mit caffeinate wachgehalten. Der Befehl steckt fest in macOS, er ist zuverlässig und kostet nichts. Wenn du sowieso im Terminal arbeitest, ist er oft die schnellste Lösung. Hier ist alles, was du dazu brauchst, kompakt und ohne Geschwafel.
Der schnelle Einstieg
Terminal öffnen, eine Zeile tippen, Enter. Solange das Fenster offen bleibt, hält caffeinate den Mac wach. Mit Strg+C beendest du es wieder.
caffeinate -d | Hält das Display wach. Nichts wird dunkel, der Bildschirmschoner bleibt aus. |
|---|---|
caffeinate -i | Verhindert den System-Ruhezustand (idle sleep). Der Bildschirm darf abdunkeln, der Rechner arbeitet weiter. |
caffeinate -m | Verhindert, dass die Festplatte in den Schlaf geht. |
caffeinate -s | Hält das System wach, aber nur am Netzteil. |
caffeinate -dimsu | Die „alles wach"-Kombi. Praktisch, aber gröber als nötig. |
Mit Zeitlimit statt für immer
Die wenigsten kennen die -t-Option, dabei ist sie die nützlichste. Die Zahl steht für Sekunden:
caffeinate -t 3600 hält den Mac genau eine Stunde wach und gibt ihn danach wieder frei. Zwei Stunden wären 7200, eine halbe Stunde 1800. Genau hier liegt der Haken: Wer „bis morgen früh" meint, muss erst rechnen.
Nur, solange ein Befehl läuft
Mein Lieblingstrick für Skripte: Du hängst den eigentlichen Befehl direkt an. Der Mac bleibt dann exakt so lange wach, wie die Aufgabe dauert, und schläft danach automatisch wieder ein.
caffeinate -i ./mein-backup.sh
Das ist sauber, weil nichts hängen bleibt. Sobald das Skript durch ist, ist auch der Wach-Zustand weg.
Wo caffeinate an seine Grenzen kommt
So gut der Befehl ist, im Alltag nervt er an drei Stellen:
- Du siehst nicht, ob er noch läuft oder wie lange noch. Kein Status, kein Countdown.
- Schließt du das Terminal, ist Schluss. Wer es im Hintergrund halten will, braucht zusätzlich
nohupoder&, und damit wird es schon wieder fummelig. - Für „mal eben zwischendurch" tippt man das nicht jedes Mal. Vor allem nicht, wenn man nicht ohnehin im Terminal lebt.
Die bequeme Alternative
Unter der Haube nutzen gute Menüleisten-Apps dieselbe Mechanik wie caffeinate, nämlich Power Assertions. Du klickst einen Schalter, stellst einen Timer wie „4 Stunden" oder „bis morgen 9 Uhr", und siehst jederzeit, wie lange noch. Display, System und Netzwerk lassen sich dabei getrennt schalten. Wenn dir das lieber ist als jedes Mal eine Sekundenzahl auszurechnen, ist eine kleine App den Kaffeepreis wert.
caffeinate, aber als Schalter
Helmlet bringt das Wachhalten in die Menüleiste: System, Display und Netzwerk einzeln, jeweils mit Timer und Countdown. Danach kehrt alles automatisch zum Normalbetrieb zurück.
Helmlet holenMehr dazu: Mac wach halten ohne Terminal.